Auf der Widmungsseite aus Alfred Neuländers Gebetbuch ist eine Szene dargestellt, wie die religiösen Gesetze von Generation zu Generation weitergegeben werden. Im Hintergrund ist die über Breslau thronende Neue Synagoge zu sehen: Erbaut zwischen 1865 und 1872, diente sie nicht nur als Gebetsstätte für die liberale jüdische Gemeinde, sondern auch als Konzertsaal mit einer wunderbaren Akustik und elektrischer Beleuchtung. Der Historiker Willy Cohn berichtet, dass die Männer in der Neuen Synagoge beim Beten selten einen Tallit oder traditionellen Gebetsschal trugen, sondern eine Art Schärpe, die der in der lateinischen Kirche als liturgisches Amtsabzeichen Verwendung findenden Stola ähnelte.