DINGE
ZURÜCK-
BRINGEN
BRESLAUER JUDEN
UND IHRE GEGENSTÄNDE
Die Ausstellung lief von Mai bis September 2024 im OP ENHEIM in Wrocław. Sie war das erste Projekt dieser Art in Polen und basierte auf den Privatsammlungen jüdischer Familien aus dem Breslau der Vorkriegszeit – darunter die Familien Hadda, Freund, Herz, Cohn, Tischler, Zadik, Falk, Sklarz und Peritz – die in Zusammenarbeit mit ihnen erstellt wurden.
Über 2.300 Besucher aus 27 Ländern besuchten die Ausstellung und erfuhren mehr über verschiedene Aspekte des jüdischen Bürgertums – private, religiöse, kulturelle und berufliche – im 18., 19. und 20. Jahrhundert. Die Ausstellung wurde durch eine künstlerische Kommentar in Form einer ortsspezifischen Arbeit und einer Performance bei der Abschlusszeremonie begleitet.
Die digitale Version der Ausstellung präsentiert eine Erzählung, die in thematische Bereiche gegliedert ist – genau wie der ursprüngliche Rundgang der Besucher – und digitalisierte Objekte, darunter mehrere 3D-Modelle und fotografische Dokumentationen der Ausstellung im OP ENHEIM.
Themen
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Einleitung
Breslau und Wrocław – eine Stadt mit vielen Identitäten und zwei Biographien, für die die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs eine Zäsur bildet. Die Auswirkungen der NS-Zeit waren besonders für die deutschem Juden der Breslauer Vorkriegsgemeinden schwerwiegend.
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BRESLAUER WERDEN
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts begannen sich die beruflichen Pfade und teilweise auch die persönlichen Lebenswege der jüdischen und nichtjüdischen Bewohner Breslaus intensiv zu kreuzen und zu verflechten.
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FAMILIE
Viele der über die ganze Welt verstreuten Objekte sind persönliche Andenken an intime Momente im Leben der Familien und zeugen von einer tiefen Verbundenheit mit der Stadt.
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ARBEIT
Ab 1790 konnten Juden in Schlesien, das heißt auch in Breslau, eine Tätigkeit im industriellen Gewerbe aufnehmen. Viele von ihnen wurden bald Landbesitzer, Eigentümer von Banken, international agierenden Unternehmen und Kaufhäusern.
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RELIGION
Das Emanzipationsedikt von 1812 war für die Juden im Königreich Preußen ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung und der Gewährung voller Bürgerrechte. Im Fall von Breslau ermöglichte das Emanzipationsedikt die weitere Inklusion der jüdischen und nichtjüdischen Bewohner der Stadt und führte zu Veränderungen in der Einstellung zu religiösen Praktiken und der Haltung gegenüber fremden Traditionen.
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KULTUR UND FREIZEIT
Die Breslauer Juden waren ausgesprochen aktiv auf dem Gebiet der Kultur. So stellten sie überregional bekannte Schriftsteller wie Emil Ludwig, Maler wie Eugen Spiro sowie Musiker und Komponisten wie Otto Klemperer.
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BILDUNG
Dank des Jüdischen Theologischen Seminars war Breslau seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der akademischen Rabbinerausbildung von Weltgeltung und zog Studenten und Lehrpersonal aus ganz Deutschland und dem Ausland an.
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ZERRISSENE BANDE
1933 ergriff die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) mit Adolf Hitler an der Spitze in Deutschland die Macht. In Breslau stimmten über 40 % der Einwohner für die Nazipartei.
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DER UMLAUF DER DINGE
Seit der Verfolgung der Juden in Deutschland in den 1930er Jahren und ihrer zwangsweisen Emigration, in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und nach dem Kriegsende waren jüdische Objekte ständig im Umlauf und gingen von Hand zu Hand: gestohlen, enteignet, seltener gerettet oder wieder aufgefunden.