Eine Mesusa ist eine kleine Kapsel, die ein gerolltes Pergamentstück mit Abschnitten aus der Tora (dem Deuteronomium) enthält und am Türpfosten von jüdischen Haushalten befestigt wird. Bei der Sanierung des Oppenheim-Hauses, in dem wir uns befinden, wurden in den Jahren 2013–2017 zwei Mesusot gefunden: eine, deren Behälter beschädigt war und ein zweites Pergamentstück ohne Schriftkapsel. Sie verbargen sich in diesem Stockwerk unter dem Putz am Türrahmen. Wollte sie jemand auf diese Weise vor der Zerstörung bewahren? Das wissen wir nicht. Eines ist aber sicher: Diese Objekte sind Zeuge der komplizierten Geschichte dieses Hauses, das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder den Besitzer wechselte.