Zurück zur Liste

Ausschnitt aus dem Monatsblatt „Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt”, 1938.

OP ENHEIM, Wrocław, Polen

„Schuhe für Auswanderer“ – so bewarb das Schuhgeschäft Herz im Oktober 1938 sein Angebot in der Presse. Mit dem Werbeslogan sollten Juden angesprochen werden, die massenhaft aus Deutschland vor der Verfolgung flohen, von der auch die Familie Herz selbst betroffen war: In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 legten Nazi-Schlägertrupps in Breslau etwa 50 jüdische Geschäfte in Schutt und Asche, darunter auch das Schuhgeschäft im Oppenheim-Haus. Steffi Herz, damals zehn Jahre alt, erinnerte sich später, dass ihre Mutter Hilde unversehrt gebliebene Schuhe aus den verwüsteten Geschäftsräumen barg und zur Fabrik brachte, wo sie auch wieder zurückgenommen wurden.