BRESLAUER WERDEN

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts begannen sich die beruflichen Pfade und teilweise auch die persönlichen Lebenswege der jüdischen und nichtjüdischen Bewohner Breslaus intensiv zu kreuzen und zu verflechten. Nachdem seit ihrer Vertreibung im Mittelalter lange keine Juden mehr in der Stadt ansässig waren, konnten sich Juden nun wieder dauerhaft hier niederlassen. Obwohl ihnen nur nach und nach die Bürgerrechte zuerkannt wurden, engagierten sie sich immer stärker im wirtschaftlichen und öffentlichen Leben der Stadt. Davon profitierte vor allem der wohlhabendste Teil der Juden, also die Kaufleute und Unternehmer. Im Laufe der Zeit eröffneten sich für Juden mehr Möglichkeiten und es stand ihnen nunmehr offen, an der hiesigen Universität zu studieren und öffentliche Ämter zu bekleiden.

  • Blücherplatz 4 u. 5 zu Breslau, vor der Bereinigung der Gebäudefront.

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    Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wohnten Juden im Oppenheim-Haus. Es wurde 1810 vom Bankier Heymann Oppenheim erworben, der dort mit seiner Familie einzog. Die Oppenheims gehörten zu den sogenannten privilegierten Juden, denen die Erlaubnis erteilt wurde, sich dauerhaft in der Stadt niederzulassen. Von 1902 bis 1942 befand sich das Stadthaus im Besitz der jüdischen Gemeinde, […]

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  • Vier Mitglieder der Familie Herz: Steffi Herz, ihre Mutter Hilde, die Großmutter Gertrud Bornstein und die Urgroßmutter Henriette Lomnitz, 1929.

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    Die Familie Herz führte ab 1894, für mehr als 40 Jahre, im Oppenheim-Haus am Blücherplatz 4, in dem wir uns befinden, ein Schuhgeschäft. Auf diesem Foto, das vor dem heute nicht mehr existierenden Südflügel des Königlichen Palastes am Schlossplatz aufgenommen wurde, sind vier Generationen der Familie vertreten. Die Älteste, Henriette Lomnitz, wurde Mitte des 19. […]

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  • H. Fischer, Stich mit einer Ansicht der Universität Breslau, nach 1904.

    Kunstwerk

    Die Wohnung des Arztes Walther Freund schmückte die Bronzefigur eines Fechters – eine Miniatur der Brunnenskulptur, die 1904 vor dem Gebäude der Breslauer Universität aufgestellt worden war. Vielleicht erinnerte sie Walther an seine Studienzeit: Sowohl er als auch sein Vater Wilhelm Salomon waren Absolventen dieser Universität. An ihr lehrte eine ganze Reihe von Juden, deren […]

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  • Innenaufnahme des Hauses Vogelweide 187 (ul. Mikołaja Kopernika 19), 1933.

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    Die Wohnung des Arztes Walther Freund schmückte die Bronzefigur eines Fechters – eine Miniatur der Brunnenskulptur, die 1904 vor dem Gebäude der Breslauer Universität aufgestellt worden war. Vielleicht erinnerte sie Walther an seine Studienzeit: Sowohl er als auch sein Vater Wilhelm Salomon waren Absolventen dieser Universität. An ihr lehrte eine ganze Reihe von Juden, deren […]

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  • Wilhelm Salomon Freund anlässlich des Endes der Amtszeit als Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung am 29. Dezember 1914 verliehene Urkunde.

    Dokument

    Das Ende der Tätigkeit von Wilhelm Salomon Freund als städtischer Amtsträger fiel mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zusammen. In Anerkennung seiner großen politischen und intellektuellen Verdienste um die Stadt und das Land wurde Freund 1914, ein Jahr vor seinem Tod, diese Urkunde verliehen, auf der der Innenraum des Breslauer Rathauses und die darin tagende […]

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  • Urkunde über die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an den Geheimrat Wilhelm Salomon Freund durch den Magistrat der Stadt Breslau am 1. Januar 1901.

    Dokument

    „Arbeit ist des Bürgers Zierde“: Dieses einer Ballade von Friedrich Schiller entnommene Motto findet sich auf der „Ehrenbürgerurkunde“ über die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Wilhelm Salomon Freund, dem diese Ehre in Anerkennung seiner langjährigen Verdienste als Stadtverordneter und langjähriger Vorsitzender des Stadtrats zuteil wurde. Er war der erste Breslauer Jude, der dieses Amt bekleidete, und […]

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  • Porträtfoto von Wilhelm Salomon Freund als junger Mann, 1860er Jahre.

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    Wilhelm Salomon Freund war Jurist und Vorsitzender der Breslauer Anwaltskammer. Als herausragender Absolvent der Universität Breslau, der bereits im Alter von zwanzig Jahren seine Doktorarbeit verteidigt hatte, wurde ihm 1901 von der Juristischen Fakultät die Ehrendoktorwürde verliehen. In den Erinnerungen der Familie lebt er wie auf dieser frühen Fotografie eingefangen weiter: mit einem üppigen Schnauzbart, […]

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  • Innenaufnahme des Hauses Vogelweide 187 (ul. Mikołaja Kopernika 19), 1933.

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    Das Porträt von Babette Silberstein hing nacheinander in den Heimen ihrer Nachkommen in Breslau: u.a. in den Wohnungen ihrer Tochter Lina Immerwahr, geb. Silberstein, am Ring 19 und ihrer Enkelin Clara Freund, geb. Immerwahr, am Schweidnitzer Stadtgraben 20 (ul. Podwale). In den 1930er Jahren hing das Gemälde im Haus von Babettes Urenkel Walther Freund in […]

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  • Porträt von Babette Silberstein, erste Hälfte des 19. Jh.,

    Kunstwerk

    Breslau, die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum Schlesiens, zog Menschen aus kleineren Städten an. So kam auch Babette Silberstein, geborene Friedländer, um 1814 mit ihrem Mann Philipp aus dem schlesischen Brieg nach Breslau. Sie bezogen eine Wohnung in der Wallstraße 13 (ul. Pawła Włodkowica), wo bald darauf in unmittelbarer Nachbarschaft die unter anderem auch […]

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