Einleitung

Breslau und Wrocław – eine Stadt mit vielen Identitäten und zwei Biographien, für die die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs eine Zäsur bildet. Die Auswirkungen der NS-Zeit waren besonders für die deutschem Juden der Breslauer Vorkriegsgemeinden schwerwiegend. Nach dem Kriegsende hielten einige ehemalige jüdische Bewohner der Stadt, denen es gelungen war, rechtzeitig vor dem Holocaust zu fliehen, die Erinnerung an das Leben in Breslau in der Emigration wach. In dieser Ausstellung möchten wir den Besuchern die Schicksale einiger dieser Familien anhand von Objekten aus Breslau, die in Zeiten in ihrem Besitz überdauert haben, näherbringen. Wir präsentieren sie in einem historischen Mietshaus am Salzmarkt, in dem über die Jahrhunderte viele jüdische Familien ihr Zuhause hatten. Die symbolische Geste, „Dinge wieder an den Ort zurückzubringen, an den sie gehören“, d.h. die Rückkehr dieser Gegenstände nach Breslau – wenn auch nur für die Dauer der Ausstellung – ist der Versuch, die deutsche, jüdische und polnische Identität der Stadt zusammenzuführen. Auf diese Weise wollen wir eine Verbindung zu der unterbrochenen, verdrängten und immer wieder beharrlich erneuerten Erinnerung an die jüdischen Familien aus Breslau herstellen. Den Ausstellungsobjekten wohnen Geschichten inne, die Teil der Geschichte und Topographie dieser Stadt sind. Die Stärke und der Wert der in der Ausstellung gezeigten Objekte liegen in den individuellen und zutiefst persönlichen Geschichten, die sie erzählen. Ihre Schicksale zeugen gleichzeitig auch von den verschlungenen Wegen dieser Gegenstände während des Krieges und in der Nachkriegszeit – wie sie gerettet, verloren und manchmal auch wiedergefunden wurden.

  • Nachkommen

    multimedia

    Aussagen heutiger Angehöriger der in der Ausstellung vorgestellten Familien über ihre Verbindungen zu Breslau/Wrocław.   Video auf Englisch.  

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  • Mesusa aus dem Oppenheim-Haus, Pergament, 19.-20. Jh.

    Artikel

    Eine Mesusa ist eine kleine Kapsel, die ein gerolltes Pergamentstück mit Abschnitten aus der Tora (dem Deuteronomium) enthält und am Türpfosten von jüdischen Haushalten befestigt wird. Bei der Sanierung des Oppenheim-Hauses, in dem wir uns befinden, wurden in den Jahren 2013–2017 zwei Mesusot gefunden: eine, deren Behälter beschädigt war und ein zweites Pergamentstück ohne Schriftkapsel. […]

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  • Papierblatt mit Text, 19. Jh.

    Dokument

    Das Oppenheim-Haus birgt Geschichten, die wir nicht mehr imstande sind zu rekonstruieren. Zu den Objekten, die in den Jahren 2013–2017 bei Sanierungsarbeiten ans Tageslicht befördert wurden, gehört auch dieses Stück Papier, das vermutlich aus einem Notizbuch stammt. Wissenschaftler und Papierrestauratoren kamen zu dem Schluss, dass es aus dem 19. Jahrhundert stammen muss. Es enthält sich […]

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